In Andervenne wurde für unseren Kunden MW-Bioenergie ein umfassendes Modernisierungs- und Erweiterungsprojekt zur nachhaltigen Energieerzeugung und Betriebssicherheit realisiert. Ziel des Vorhabens war es, die bestehende Biogasanlage technisch zu erweitern, ihre Flexibilität im Strommarkt zu erhöhen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit des Betriebs langfristig zu gewährleisten.
Flexibel erzeugen, gezielt einspeisen:
Neuer Satellitenstandort für die Energiewende Im Rahmen des Projekts wurde ein neuer Satellitenstandort errichtet. Durch die räumliche Entkopplung der Stromerzeugung von der eigentlichen Biogasanlage kann die erzeugte Energie bedarfsgerecht und marktorientiert bereitgestellt werden. Dies ermöglicht eine deutlich höhere Flexibilität bei der Einspeisung erneuerbarer Energie und trägt zur Stabilisierung der Stromnetze bei.
Erweiterung des Gärrestlagers
Ein zentraler Bestandteil der Maßnahme war die Erweiterung des Gärrestlagers. Hierfür wurde ein modernes Lager mit einem Durchmesser von 38 Metern und einer Höhe von 9 Metern errichtet. Das zusätzliche Lagervolumen schafft die Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte und gesetzeskonforme Lagerung der Gärreste und verbessert gleichzeitig die betriebliche Flexibilität bei der Ausbringung der wertvollen Nährstoffe.
Die technische Integration der neuen Anlagenteile erfolgte durch die Anbindung an die bestehende Biogasanlage. Dazu gehörten umfangreiche Rohrleitungsarbeiten, die vollständige elektrische Anbindung sowie die Einbindung aller Komponenten in die bestehende Prozesslandschaft. Die Steuerungs- und Automatisierungstechnik wurde durch BWE geplant und umgesetzt, sodass sämtliche Anlagenbereiche zentral überwacht und gesteuert werden können. Dies sorgt für einen effizienten, sicheren und wirtschaftlichen Anlagenbetrieb.
Unabhängige Energieversorgung bei Netzausfällen
Darüber hinaus wurde ein leistungsfähiger Inselbetriebskonzept realisiert, das es dem landwirtschaftlichen Betrieb ermöglicht, auch bei Netzstörungen oder vollständigen Stromausfällen unabhängig und zuverlässig mit elektrischer Energie versorgt zu werden. Zur weiteren Erhöhung der Versorgungssicherheit wurde ein umfassendes Notfallkonzept entwickelt, das den Betrieb auch in kritischen Situationen absichert und eine kontinuierliche Energieversorgung gewährleistet.
Optimierte Fütterung, Gasaufbereitung und Substratlogistik
Weitere Projektbestandteile waren die Modernisierung der Fütterungstechnik, die Einbindung eines Maischebehälters sowie die Integration einer Gasaufbereitung. Die Gasaufbereitung verbessert die Qualität des erzeugten Biogases und schafft optimale Voraussetzungen für einen effizienten Anlagenbetrieb. Durch die angepasste Fütterung und die Erweiterung der Substratlogistik konnten zudem die Prozessstabilität und die biologische Leistungsfähigkeit der Anlage weiter optimiert werden.
Mit der erfolgreichen Umsetzung dieses Projekts wurde die bestehende Biogasanlage nicht nur erweitert, sondern auch gezielt auf zukünftige Anforderungen des Energiemarktes ausgerichtet. Die Kombination aus Flexibilisierung, erhöhter Speicherkapazität, moderner Automatisierung, Inselbetriebsfähigkeit und optimierter Gasaufbereitung schafft eine zukunftssichere Infrastruktur für eine nachhaltige und wirtschaftliche Energieerzeugung.
Technische Daten